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Lieber Hartwin

Wer hilft diesem Wal?

Hinweis: Die Originalkorrespondenz wurde auf Englisch geführt und ist für diesen Artikel weitestgehend übersetzt.

Seine unverwechselbare Erscheinung, seine Reise und die menschliche Verantwortung gegenüber einem hilfebedürftigen Lebewesen.

Dafür steht Hartwin (Megaptera novaeangliae).

Ein majestätisches Wesen, dessen Schicksal viele Menschen berührte und für das der Versuch unternommen wurde, Hilfe zu organisieren, um sein wertvolles Leben zu bewahren.

Kontaktaufnahme zu internationalen Expertennetzwerken

E-Mail vom 16. Juli 2026

Kontaktiert wurden individuell recherchierte Ansprechpartner von PAXARMS (Neuseeland, Remote-Spezialbeschuss), WHOI (USA), IFAW (primär USA), NOAA und NMMF (USA):

[Dear selected recipients of this established network of whale experts]

wir wenden uns speziell an Sie, um zu klären, ob Sie kurzfristig und mit dem erforderlichen Personal in der Lage wären, einem Buckelwal Hilfe zu leisten, der sich derzeit in deutschen Gewässern (Ostsee) befindet – ein Wal, bei dem der Verdacht auf eine Erkrankung besteht, der aber noch in der Lage ist, sich fortzubewegen. Anbei finden Sie Fotos des Wals. Wir suchen Experten, die einen Plan zur medizinischen Fernbehandlung umsetzen können, beispielsweise durch eine gezielte Antibiotika- und/oder Antimykotika-Behandlung mittels spezieller Darts; eine Voruntersuchung des Tieres, ähnlich dem Einsatz einer SnotBot-Drohne, dürfte erforderlich sein. Nach Informationen der Strandungsinitiative „Stranded NoMore“, deren Veröffentlichungen wir zu Informationszwecken verfolgen, befindet sich der als „Hartwin“ bekannte Buckelwal derzeit im Gebiet Dazendorf/Heiligenhafen (Deutschland). Wir suchen ausschließlich zuverlässige Ansprechpartner, die kurzfristig Entscheidungen treffen und Maßnahmen ergreifen können. Die erforderliche Logistik, einschließlich der An- und Abreise sowie der Unterbringung, kann organisiert und finanziert werden. Wir möchten die Sache unauffällig halten und öffentliche Aufmerksamkeit vermeiden; vielmehr sollte die innere Arbeit im Vordergrund stehen. Bitte berücksichtigen Sie die besondere Dringlichkeit dieser Angelegenheit.

Fast zeitgleich wurde die Organisation Ocean Alliance kontaktiert und um Unterstützung mittels SnotBot-Drohne gebeten (dazu unten mehr).

Nur einen Tag nach der Kontaktaufnahme zu international anerkannten Expertennetzwerken meldete sich die weltweit vernetzte Meeressäugerexpertin Frances Gulland schriftlich zurück und verwies ausgerechnet an Dr. Ursula Siebert, die schon im Fall des Buckelwals Timmy/Hope keine Lebendbergung bzw. Hilfe für das in Not geratene Tier zuließ. Einer breiten Öffentlichkeit ist das unqualifizierte Gutachten u.a. von Dr. Siebert vom 07. April 2026 bekannt, dessen Einschätzungen in diametralem Widerspruch zur beobachtbaren Realität des Buckelwals Timmy/Hope standen. Zudem ist Dr. Siebert seit Juli 2026 Direktorin des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung. Damit steht ihr direkter Einfluss auf Entscheidungen über Leben und Tod verirrter Meeressäuger in Deutschland im Raum. Seit dem Fall Timmy/Hope hat der deutsche Staat also Strukturen geschaffen, durch die internationale Unterstützungsanfragen abgefangen und an Ursula Siebert umgeleitet werden. Hilfe für den Buckelwal Hartwin erfolgte von dort nicht; rettende Maßnahmen für das in Not geratene Tier blieben aus. Auch auf Kontaktbitten (E-Mail und hinterlassene Notiz am Standort Berlin Alfred-Kowalke-Str. 17) erfolgte keine Reaktion.

Die E-Mail von Frances Gulland vom 17. Juli 2026

Thank you for your email, and your concern over the plight of Hartwin, the humpback whale in German waters. Providing welfare and medical support for whales is difficult and complex, requiring expertise, experience and resources.

Thus, to ensure the welfare of each animal, in different countries of the world, established expert teams are authorized by their governments to provide this response to wild whales. The International Whaling Commission has an Expert Panel of people from multiple countries who collaborate to assist each country’s response experts. As a member of this Panel, I recommend all responses to help Hartwin in Germany are led by the veterinary team in Germany with the skills to do so.

Thus please contact Dr. Ursula Siebert at siebert@izw-berlin.de as she leads veterinary responses to stranded whales in Germany,

Thank you for your concern
Yours sincerely
Frances Gulland

PhD, Vet MB
Research Associate
Karen C. Drayer Wildlife Heath Center
One Shields Avenue, University of California,
Davis, CA 95616

Antwort an Frances Gulland

Hello Frances, your inappropriate reference to Ms. Siebert, who wanted to see the former humpback whale Timmy/Hope dead, is disastrous and a disgrace to the veterinary profession. And the sheer arrogance of sending identical responses to multiple people only reinforces the conclusion that death is being prioritized over life. It really shows rotten ethics.

Noch ein Hinweis: Auf der anonym betriebenen Internetseite Timmy-Hope.com lassen sich Ursula Siebert, Burkard Baschek, Stephanie Groß und Till Backhaus als „Die Verantwortlichen“ für den Buckelwal Timmy/Hope darstellen, für die das Wohlergehen des Wals im Zentrum aller Handlungen stand. 

Weg des Wals in polnische Gewässer

Ab dem 08. August 2026 vermeldete WOPR Międzyzdroje (@wopr_miedzyzdroje) die Ankunft von „Hartwin“ in polnischen Gewässern, nur ca. 50km vom Greifswalder Bodden entfernt:

„Gestern Nachmittag hat uns die Ostsee wieder einmal überrascht! Wir erhielten eine Meldung vom CKRW in Stettin über ein im Wasser treibendes Objekt. Als wir am Ort des Geschehens ankamen, stellte sich heraus, dass uns wieder ein Wal besucht hatte.

Wir haben überprüft, ob er sich in Netzen oder Seilen verfangen hatte. Nachdem wir ihn von allen Seiten untersucht hatten, fanden wir nichts, was er hinter sich herziehen könnte oder was seine Bewegung behindert hätte. Bis 18:00 Uhr haben wir ihn vor Wasserfahrzeugen geschützt.

Wir haben ihn sicher in die Richtung begleitet, in die er sich bewegte.
Wir hoffen, dass er den Weg nach Hause findet!“

Sofortige Kontaktaufnahme zu WOPR

Sehr geehrter Herr Bajor,
sehr geehrter Herr Liszka,
sehr geehrte Mitglieder von WOPR,

wir haben soeben die Information erhalten, dass ein Buckelwal von Ihnen (WOPR) in der polnischen Ostsee gesichtet wurde, nachdem er sich zuvor in deutschen, dänischen, britischen und sogar belgischen Gewässern aufgehalten hatte.

Uns ist auch diese bewegende Dokumentation zu Timmy/Hope bekannt: https://www.youtube.com/watch?v=nehhTZG3z40
Sie haben dort großartige Arbeit geleistet.

Aufgrund seines äußeren Erscheinungsbildes ist der Wal, der sich nun in Ihrer „Obhut“ befindet, wahrscheinlich nicht gesund. Wir möchten Ihnen auf der Grundlage unserer bisherigen organisatorischen Bemühungen gezielte Unterstützung anbieten.

Wir haben das SnotBot-Protokoll von der Organisation „Ocean Alliance“ erhalten – die diese Drohne https://whale.org/snotbot/ zur Untersuchung der Blaslöcher von Meeressäugern entwickelt hat – und stellen es Ihnen hiermit mit Zustimmung von Ocean Alliance zur Verfügung (siehe Anhang).

Die Technologie lässt sich nachbauen; im Wesentlichen handelt es sich um eine stabile Drohne, die mit Petrischalen (und einem Trägermaterial mit unebener Oberfläche) ausgestattet ist, über den Blas des Wals fliegt und dort biologische Proben entnimmt, die anschließend analysiert werden.

Sobald der Zustand des Wals diagnostiziert wurde, könnte er mithilfe spezieller Darts aus der Ferne mit Antibiotika und/oder Antimykotika behandelt werden, was seine Überlebenschancen erheblich verbessern würde.

Diese speziellen Darts sind kein Standardprodukt; möglicherweise lassen sie sich über DANiNJECT beziehen, das auch über Vertriebspartner in Polen verfügt:

WildCare sp. z.o.o.
Jásminowa 11
84-240 Reda
Ansprechpartner: DVM Lukasz Malyszko
[Kontaktdaten]

Ein Aspekt ist uns besonders wichtig: Wir möchten uns auf das Wesentliche konzentrieren – auf das Tier und darauf, die bestmögliche fachliche Lösung zu finden. Daher bitten wir darum (und das gilt auch für uns selbst), diesen Schriftwechsel vorerst vertraulich zu behandeln und ausschließlich an die Fachleute weiterzugeben, die möglicherweise dafür zuständig sind.

Wir alle haben erlebt, wie einzelne Fälle eine Dynamik annehmen können, die sich durch breite öffentliche und mediale Aufmerksamkeit entwickelt und den Erfolg einer Mission eher behindert als fördert. Ein solches Szenario sollte sich nicht wiederholen. Auch der Fall des deutschen Buckelwals wird derzeit gründlich untersucht.

Wir sind daran interessiert, dem Buckelwal Unterstützung zukommen zu lassen. Dies möchten wir jedoch auf ruhige und besonnene Weise tun.

Sofortige Reaktion von WOPR

Hello humpback’s friends,

Thank you very much for your e-mail.

I immediately forwarded it to Apoloniusz Kurylczyk, Head of the WOPR (Volunteer Water Rescue Service) in the West Pomeranian Voivodeship.

He will contact you.

Best Regards
Paweł Błasiak
President of WOPR

Weitere Korrespondenz

Hallo zusammen,
Hallo Pawel,

vielen Dank für die Koordination!

Wir möchten außerdem noch einmal klarstellen, dass wir die Kosten für wirksame lebensrettende Maßnahmen – auch im Voraus – übernehmen können; die wichtigsten Schritte durch euch durchgeführt:

1.) Lasst eine speziell ausgestattete Drohne über das Tier fliegen und entnehmt Proben aus seinen Blaslöchern.

2.) Untersucht die Proben, um festzustellen, woran das Tier leidet und warum es sich in einem kritischen Zustand befindet.

3.) Fernbehandlung mit speziellen Darts/Pfeilen, die die Haut des Wals durchdringen -> Lukasz Malyszko, den wir hier ebenfalls in CC gesetzt haben, könnte dazu Stellung nehmen.

Wenn eine Chance besteht, diesem Wal zu helfen, können wir dies gemeinsam zielgerichtet und effektiv bewerkstelligen.

Nachricht von Łukasz Małyszko, CEO DANiNJECT Polen, 10.08.2026

Dear all,

as the exclusive distributor of DANiNJECT in Poland and a veterinarian, I would like to clarify several essential points before any remote treatment of the whale can be considered.

The first and most important step must be a reliable diagnosis. We need to determine what condition the animal is suffering from and, based on the diagnostic results, establish which medication should be administered, at what dose, how frequently, and for how long.

Detecting a microorganism in a sample does not automatically prove that it is responsible for the animal’s condition. The results should therefore be interpreted by an appropriately experienced specialist.

For this reason, I believe that a veterinarian experienced in cetacean or marine mammal medicine should be included in our discussions, possibly with support from specialists at a university or marine research institution. At present, I am not aware of a veterinarian in Poland with direct clinical experience in treating free-ranging large cetaceans.

If a relevant bacterial pathogen is identified, antibiotic treatment may theoretically be possible. However, not every pathogen can be treated with an appropriate long-acting antibiotic. Depending on the diagnosis and the selected drug, several injections at defined intervals may be required. In a free-ranging whale, every additional injection would present a considerable logistical, technical, and animal-welfare challenge.

I currently have 10 ml DANiNJECT darts at my disposal. However, given the body mass of a humpback whale and the resulting medication dose and injection volume, I am aware that darts of this capacity may be insufficient. Dividing the required dose between several darts could also create significant technical, logistical, and animal-welfare challenges.

I will consult the entire case with Steffen Stræde, CEO of DANiNJECT. He has extensive international experience in remote drug-delivery systems and wildlife interventions relevant to cases involving cetaceans and other large animals. DANiNJECT is also currently developing and introducing a dedicated line of products for marine applications.

Once I have presented him with all the available case information and received his technical opinion, I will return to the group with further comments and recommendations.

Until this consultation has taken place, please do not consider either the feasibility of the proposed treatment or the participation of WildCare and DANiNJECT to have been confirmed.

Pozdrawiam/ Kind regards,
Łukasz Małyszko, CEO
Jaśminowa 11, 84-240 Reda, Poland

Nur zwei oder drei Tage später ist Hartwin verstorben
Der Wal wurde Nähe Greifswalder Bodden tot aufgefunden

E-Mail vom 24.08.2026, nach Rückversicherung:

Dear all,

I would like to thank you all for your professional communication and, at least, for your initial effort to provide assistance to the sick animal.

Unfortunately, we lost it.

Transnational protocols are needed, and the ignorance towards sick whales—which have a chance at recovery if they receive early and specific treatment—must be confronted.

This whale was only a few years old.

Help came too late.

Yours sincerely

Totbergung und Sektionsergebnis

„Am Morgen des 13. August 2026 wurde ein regungslos im Greifswalder Bodden treibender Wal gemeldet. Eine Wissenschaftlerin des Deutschen Meeresmuseums stellte wenig später vor Ort den Tod des Wals fest. Bei dem etwa sieben Meter langen Tier handelt es sich um einen Buckelwal. […] Die Laborergebnisse des Mitte August von Wissenschaftler*innen des Deutschen Meeresmuseums obduzierten Buckelwals liegen nun vor. Sie bestätigen die von der Forschungsinstitution bereits vermutete bakterielle Infektion als Todesursache. Demnach wurden sowohl Streptococcus phocae als auch Bacteroides fragilis nachgewiesen. Beide Erreger sind für Meeressäuger als Träger zwar nicht ungewöhnlich, können aber bei Tieren mit einem geschwächten Immunsystem zu einer lebensbedrohlichen Erkrankung führen. Die Bakterien verursachen häufig Abszesse, wie sie auch bei diesem Buckelwal an vier Stellen im Körper gefunden wurden. Eine Sepsis kann nicht zweifelsfrei bestätigt werden, da das Blut bereits durch zahlreiche verschiedene Verwesungsbakterien verunreinigt war. […] Die am Abend des 15. August fertiggestellte Sektion des männlichen, geschätzt drei bis vier Jahre alten Buckelwals wies vier mit Eiterflüssigkeit gefüllte Abszesse nach. „Um welche Bakterien es sich konkret handelte und ob sich der Verdacht einer Sepsis bestätigt, werden die bakteriologischen und virologischen Untersuchungen im Labor zeigen“, sagt Direktor Prof. Dr. Burkard Baschek. „Der Wal muss unter enormen Schmerzen, insbesondere in Bewegung, gelitten haben, da sich ein Großteil der Abszesse direkt an der Wirbelsäule befand“, ergänzt Wissenschaftlerin Lisa Klemens. Einer der Abszesse hatte eine Breite von 42 Zentimetern und eine Länge von 110 Zentimetern, was etwa zehn Prozent der gesamten Körperlänge von zehn Metern entspricht. In Folge eines weiteren Abszesses war die Struktur von zwei Wirbelfortsätzen porös verändert.“ (Deutsches Meeresmuseum)

Identifizierbarkeit des Wals

Nach sorgfältiger Sichtung und Abwägung sämtlicher verfügbarer Informationen sowie teils öffentlicher Quellen, lässt die Faktenlage aus unserer Sicht nur den Schluss zu, dass Hartwin tot ist.

Lieber Hartwin, wir hätten dir sehr gerne geholfen und dein wertvolles Leben bewahrt.

Möge es in Zukunft mit mehr Unterstützung und Erfolg verlaufen.

Mach’s gut, du wunderschönes Wesen, du wundervolle Seele.

© Buckminster NEUE ZEIT